03_8927Ein Naturteich ist eine komplexe Lebensgemeinschaft. Selbst wenn er nur klein (ca. 4 qm Wasserfläche) und aus vorgeformtem Plastik ist. Wichtig für die Vielfalt ist die Bepflanzung im Teich und darum herum. Es gibt in einem Teich zwei unterschiedliche Bereiche: die Sumpfzone mit einer Wassertiefe von 15 bis 20 cm und die Wasserzone, von 20 bis 100 cm (tiefer sollte ein Gartenteich nicht sein). Die meisten Pflanzen wachsen in der Sumpfzone. Je tiefer das Wasser ist, desto artenärmer wird es, denn mit zunehmender Tiefe wird es dunkler und nur wenige Pflanzen können lange Triebe bis an die Oberfläche ausbilden, wie z.B. die Schwimmblätter einer Seerose (Nymphea alba) oder die Triebe des Tausendblattes (Myriophyllum spicatum). Was in einen Naturteich nicht hineingehört

02_8514Schon wenige Tage nach dem Einrichten eines Gartenteiches kommen schon die ersten Besucher. In diesem Fall ein Paarungstandem der Azurjungfer (Aeschna cyanea). Die Libellen beginnen sofort mit der Eiablage an den Pflanzen im Teich. Sind die Larven geschlüpft, leben sie räuberisch von kleinen Wasserinsekten. Ihre Entwicklung bis zur Libelle dauert drei Jahre. Im dritten Jahr werden sie an einem sonnigen Tag am Stängel einer Wasserpflanze nach oben kriechen, sich in einiger Höhe anheften und dann schlüpfen. Wenn man Glück hat, kann man sie dabei beobachten.
Übrigens: Stechmücken werden in keinem Naturteich zum Problem, denn die geschlüpften Libellenlarven ernähren sich hauptsächlich von deren Larven. Viel eher entwickeln sich Mücken in  Regentonnen, denn darin gibt es keine natürlichen Feinde.

02a_8526Ein anderer schneller “Einwanderer” ist der Wasserfrosch (Rana esculenia). Diese Tiere können weite Strecken zurücklegen, um sich einen neuen Lebensraum zu suchen. In meinem kleinen Teich haben sich gleich vier Exemplare eingefunden. Natürlich fangen sie mit der Balz an zu quaken, doch dauert diese nur 4 bis 6 Wochen.  Lärm machen allerdings nur die Männchen, um mit ihrem “Gesang” die Weibchen anzulocken. Hat man viele Pflanzen im Teich, werden aus den versteckt abgelegten Eiern (Froschlaich) Kaulquappen schlüpfen, die einerseits Nahrung für die Libellenlarven sind,13_9146 andererseits selbst kleine Insekten fressen. Den Sommer über kann man dann die Entwicklung bis zum ausgewachsenen Frosch beobachten. Erst wir die Quappe richtig groß und fett, dann bilden sich kleine Hinterbeine aus und der Schwanz bildet sich zurück. Zuletzt bilden sich die Vorderbeine aus und erst dann kann der fertige Frosch an Land gehen. Man sollte am Ende des Sommer niemals im Dunkeln über den Rasen in der Nähe eines Teiches gehen, dann nachts gehen Frösche auf Wanderschaft, um sich an Land Nahrung zu suchen und man könnte sie zertreten. Wenn man im Morgentau vorsichtig über den Rasen geht, kann man manchmal Massen von kleinen Fröschen davon springen sehen.

Copyright by: CHHD
Claudia Heger - Handarbeiten & Design

Naturteich

Banner_links
Border_8599b